LIFE-Projekt Oberer Hotzenwald
Der heutige Strukturreichtum und das Vorkommen ökologisch bedeutsamer Lebensräume und Arten im Oberen Hotzenwald ist dem Nebeneinander von großflächigen natürlichen oder naturnahen Lebensräumen und einer extensiven bäuerlichen Wirtschaftsweise zu verdanken. Es bestehen daher langjährige Kontakte zwischen der Naturschutzverwaltung, den Gemeinden, dem Forst und den Bewirtschaftern der Flächen (Land- und Forstwirte). Gemeinsam ist es erklärtes Ziel, die natürliche Vielfalt zu erhalten, zu pflegen und weiter zu entwickeln. Gleichzeitig ist den Bewirtschaftern wichtig, ihre Leistungen für den Naturschutz angemessen vergütet zu bekommen.
Im Oktober 2005 wurde das LIFE-Natur-Projekt „Oberer Hotzenwald“ durch die Europäische Kommission bewilligt: Damit konnten bis Projektende im Februar 2011 unter der Trägerschaft des Regierungspräsidiums Freiburg (Referat 56) rund 1,7 Millionen Euro in Landschaftspflege- und Naturschutzbildungsmaßnahmen in den Südschwarzwald fließen. Die Hälfte der Projektkosten stellte die Europäischen Union bereit, die zweite Hälfte verteilte sich auf sieben Partner: rund 36 % Prozent der Kosten trug das Regierungspräsidium mit den Referaten 56 (Naturschutz und Landschaftspflege) und 82 (Forstpolitik). Die weiteren Mittel steuerten die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) und die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg, das Landratsamt Waldshut sowie die Gemeinden Dachsberg und Ibach bei.
Im Rahmen des LIFE-Natur-Projekts wurden vorhandene, europaweit bedeutsame Lebensraumtypen durch ein ganzes Bündel von Landschaftspflegemaßnahmen aufgewertet, erweitert und miteinander vernetzt. Die Arbeiten wurden von einem verstärkten lokalen Bildungsangebot und tourismuswirksamen Maßnahmen flankiert. Bei allen Maßnahmen waren die örtlichen Akteure intensiv eingebunden, außerdem wurden 19 „Naturführer Oberer Hotzenwald“ (LIFE-Guides) ausgebildet, die seither erfolgreich als „Botschafter ihrer Heimat“ Führungen und Mitmach-Aktionen anbieten. Für Jugendliche wurde ein "Natura 2000-Klassenzimmer" eingerichtet.
Die gute Zusammenarbeit, die sich aus der "Naturschutzkonzeption Oberer Hotzenwald" entwickelt hatte, wurde mit diesem LIFE-Projekt fortgesetzt und inhaltlich auf die NATURA 2000 Anforderungen ausgedehnt. Das Projekt kann als Modell für andere Regionen dienen. Die Projektergebnisse werden in einer Broschüre allgemeinverständlich dargestellt. Das „After-LIFE-Pflegekonzept“ fasst zusammen, wie die während des Projekts begonnenen Maßnahmen zur Förderung von Lebensraumtypen und Arten weiter geführt werden sollten.
