Natur- und Waldschutzgebiet Kirchspielwald-Ibacher Moos - Das Größte

Das Silberbrunnenmoos im Spätsommer (Foto: Hafner)
Das Silberbrunnenmoos im Spätsommer (Foto: Hafner)

Ursprünglich gab es bis zur ersten Hälfte des 20. Jh.s im Bereich des heutigen Schutzgebiets drei eigenständige Naturschutzgebiete, das Ibacher Moor, das Brunnmättlemoos und das Fohrenmoos.

Alpen-Wollgras (Foto: Köppler)
Alpen-Wollgras (Foto: Köppler)

Diese wurden rund 50 Jahre später im Rahmen der Naturschutzkonzeption Oberer Hotzenwald 2001 mit weiteren Flächen zu dem ganzheitlichen Natur- und Waldschutzgebiet Kirchspielwald-Ibacher Moos vereint. Auf einer Fläche von nunmehr 568 ha gibt es die verschiedensten Lebensräume zu entdecken: vom naturnahen Hochmoor bis zu urigen Wäldern und blumenbunten Wiesen ist für jeden Naturliebhaber etwas dabei. Ein derart großes Schutzgebiet mit integrierten Schonwaldflächen konnte nur verwirklicht werden, weil Gemeinden und Eigentümer ebenfalls in die Naturschutzkonzeption eingebunden waren.

Ein beeindruckendes Wasserschauspiel: der Krai-Woog-Gumpen (Foto: Archiv BNL)
Ein beeindruckendes Wasserschauspiel: der Krai-Woog-Gumpen (Foto: Archiv BNL)

Eine Besonderheit des flächenmäßig größten Schutzgebiets im Oberen Hotzenwald ist zweifellos der hohe Reichtum an Hoch-, Flach- und Übergangsmooren, in denen beispielsweise das Alpen-Wollgras (Trichophorum alpinum) noch gute Vorkommen aufweist. An ihnen vorbei oder manchmal auch mittendurch führt der Sieben-Moore-Pfad. Überall begegnet man hier der teilweise krüppeligen Moor-Bergkiefer oder Spirke, verstreut in den offenen, torfmoos- und seggenreichen Flächen. Einige Moore wurden in der Vergangenheit wirtschaftlich genutzt und sind bis heute in ihrem Wasserhaushalt gestört, man erkennt sie besonders im Herbst an der leuchtend orange-goldenen Färbung des Blauen Pfeifengrases (Molinia caerulea). Verlässt der Wanderer die Moore, entdeckt er vielleicht am Boden der angrenzenden feuchten, torfmoosreichen Fichtenwälder kleine weiße Sterne - die Blüten des hierzulande sehr seltenen und gefährdeten Siebensterns.

Lilagold-Feuerfalter (Foto: Hafner)
Lilagold-Feuerfalter (Foto: Hafner)

Für die Tierwelt ist das weiträumige Schutzgebiet mit altholzreichen Bergmischwäldern insbesondere für Vögel mit hohen Raumansprüchen wie Auerhuhn, Raufußkauz und Sperlingskauz attraktiv, in den lichten Moorrandbereichen kommen die stark gefährdete Kreuzotter (Vipera berus) und einige hoch gefährdete Schmetterlings- und Libellenarten vor.

Ein kleiner Abstecher vom Sieben-Moore-Pfad an der Schwarzen Säge entlang der Straße nach Süden führt zum Krai-Woog-Gumpen, dem südlichen Abschluss und einer der Haupt-Sehenswürdigkeiten dieses Naturschutzgebiets. Unweit der Straße, ein wenig versteckt hinter einigen Bäumen, rauscht das Schwarzenbächle in einem malerischen Wasserfall mit einer in der Eiszeit ausgefrästen Gletschermühle hinab - ein Naturschauspiel, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.